Shelly Cury Aromadiffusor im Test

  • Beitrags-Kommentare:0 Kommentare

Shelly baut Relais. Shelly baut Schalter. Shelly baut… Duftgeräte? Ja, richtig gelesen. Mit dem Cury wagt das bulgarische Smart-Home-Unternehmen einen ungewöhnlichen Schritt – raus aus der Unterputzdose, rein in die Steckdose. Und rein in die Nase.

Kurze Enttäuschung für alle Currywurst-Fans: Der Name hat nichts mit dem Imbiss zu tun. Kein automatischer Gewürzspender, kein Grill-Vorheizer. Der Cury (wahrscheinlich angelehnt an „Cure“ – also Heilung, Wohlbefinden) ist ein smarter Aroma-Diffuser, der Duftöle per Wärme durch den Raum verteilt. Und das mit der typischen Shelly-Konsequenz: vollständig vernetzt, automatisierbar und lokal steuerbar.


Was steckt technisch drin?

Das kompakte Gehäuse (80 × 90 × 41 mm) wird direkt in die Steckdose gesteckt und beherbergt mehr Technik als man auf den ersten Blick vermuten würde:

  • ESP-Shelly-C6-Chip mit 8 MB Flash – derselbe, der auch in anderen Shelly-Geräten steckt
  • WLAN 2,4 GHz (802.11 b/g/n) und Bluetooth 5.0
  • Wärmebasierte Diffusion über einen Docht – kein Ultraschall, kein Wassernebel, kein Schimmelrisiko
  • Beschleunigungssensor: Kippt das Gerät um oder sitzt es falsch in der Steckdose, schaltet das Heizelement automatisch ab
  • Anpassbares Ambient-Light an der Front – visualisiert Status, Intensität und Füllstand, und lässt sich in Farbe und Helligkeit frei einstellen
  • Maximale Leistungsaufnahme: 11 Watt

Das Herzstück: Zwei Duftslots

Das Besondere am Cury ist sein Doppel-Slot-Design – es passen zwei Fläschchen gleichzeitig rein. Was man damit macht, ist einem selbst überlassen:

  • Zwei verschiedene Düfte – morgens Zitrusfrische, abends Lavendel
  • Duft + Mückenschutz – gerade im Sommer eine praktische Kombination
  • Die eingebauten Smart-Labels erkennen automatisch, welches Fläschchen eingesetzt ist – inklusive Aromtyp, Produktionsdatum, Erstnutzungsdatum und aktuellem Füllstand

Jedes Fläschchen hält bei mittlerer Intensität im Dauerbetrieb bis zu 120 Stunden. Ist ein Slot leer, schaltet der Cury automatisch auf das andere Fläschchen um.

Das Bild veranschaulicht, wie die Duftöle NICHT eingesetzt werden sollten. Die Drei Punkte haben eine Bedeutung und müssen im eingesetzten Zustand nach außen zeign.

Shelly Cury Duftslots

Steuerung & Automatisierung: Volle Shelly-Power

Hier trennt sich der Cury endgültig von gewöhnlichen Duftgeräten, die man nur ein- und ausschalten kann.

Intensität & Boost-Modus

Die Diffusionsintensität lässt sich stufenlos zwischen 0 % und 100 % einstellen, wobei 0 Aus bedeutet – oder man aktiviert den Adaptiv-Modus, der sich automatisch an die Raumverhältnisse anpasst. Wer es schnell braucht, greift zum Boost-Modus: 30 Minuten Volldampf, danach fällt die Intensität automatisch auf den vorherigen Wert zurück.

Zeitpläne

Tages- und Wochenpläne lassen sich frei definieren – inkl. Auswahl, welches Fläschchen zu welcher Uhrzeit aktiv ist. Morgens Slot 1, abends Slot 2, nachts aus.

Ich empfehle dringend die Zeitpläne an die eigenen Bedürfnisse anzupassen. Im den meisten Zeitplänen wird der Duft 24/7 abgegeben. Das sorgt zwar stets für einen angenehmen Duft im Raum, weil die im Lieferung enthaltenen Düfte sehr gut riechen, aber auch dass die Duftöle schnell verbraucht sind.

120 : 24 ergibt 5 Tag im Dauerbetrieb. Danach muss nachgelegt werden.

Vorgefertigte Profile

Shelly liefert direkt vier Ready-to-use-Profile mit, die in unterschiedlicher Intensität und Zeitdauer den Duft im Raum kontinuierlich frisch halten. Die Profile lassen sich anpassen oder eigene erstellen. Das geht zum Beispiel sehr gut über die Weboberfläche des Cury By Shelly.

Shelly Cury Profile

Smarte Szenen & Integrationen

Hier wird’s für Shelly-Nutzer richtig interessant. Der Cury lässt sich nahtlos mit dem restlichen Shelly-Ökosystem verknüpfen:

  • Shelly BLU Door/Window: Fenster auf? Cury pausiert automatisch – kein Duft (und kein Geld) geht zum Fenster raus. Im Sommer: Fenster auf → automatisch zum Mückenschutz-Slot wechseln.
  • Shelly BLU Motion: Bewegung erkannt → Diffusion startet. Kein Mensch im Raum? Keine Verschwendung.
  • Einschlaf-Szene: Cury diffusiert beruhigenden Lavendel, Ambient-Light dimmt sanft – alles per App oder Sprachbefehl.

Kompatibel ist das Gerät mit Alexa, Google Home, Samsung SmartThings und Home Assistant – per App, MQTT, Webhooks oder der REST-API. Alles läuft auch lokal, ohne permanente Cloud-Verbindung.

Shelly Cury Home Assistant Integration

Seit geraumer Zeit können Shelly Geräte direkt über Home Assistant ins Netzwerk aufgenommen werden. Es besteht gar keine Notwendigkeit mehr diese erst in die Shelly App aufzunehmen. Das hinzufügen hat aufAnhieb tadellos funktioniert.

Shelly Cury Home Assistant Steuerelemente

Shelly Cury Home Assistant Diagnose Entitäten


Für wen ist der Shelly Cury interessant?

Zuhause: Wer seinen Alltag atmosphärisch automatisieren möchte – Aufwach-Routine mit Zitrusduft, Entspannungs-Szene am Abend, automatischer Mückenschutz im Sommer.

Gewerblich: Hotels, Salons, Einzelhandel und Büros, die eine konsistente, automatisierte Raumdüftung wünschen, ohne täglich daran denken zu müssen. Mehrere Geräte lassen sich zentral steuern und auf Zeitpläne einrichten.

Shelly-Enthusiasten: Wer sein Smart-Home-Setup bereits mit Shelly-Geräten betreibt, kann den Cury direkt in bestehende Szenen und Automationen einbinden – ohne zusätzliche Gateways oder Hubs.


Ein Wort zur Skepsis

Zugegeben: Ein Shelly-Duftgerät ist nicht das, was man auf der Wunschliste der überzeugten Heimautomatisierer erwartet hätte. Klassische Steckdosen-Duftgeräte gibt es für ein Bruchteil des Preises – und mit einem günstigen Smart-Plug lassen die sich ebenfalls ein- und ausschalten.

Der Unterschied liegt in der Tiefe der Automatisierung: Intensitätsstufen, automatisches Slot-Wechseln, Füllstandserkennung, Sensor-Trigger, lokale Skripte – das bietet kein Luft-Wick-Gerät hinter einer Shelly-Steckdose. Ob einem das den Aufpreis wert ist, muss jeder selbst entscheiden. Wer aber ohnehin im Shelly-Ökosystem unterwegs ist und Atmosphäre als Teil seines Smart Homes versteht, bekommt ein konsequent durchdachtes Gerät.


Let’s Cury

Bei uns ist der Shelly Cury auf der Gästetoilette im Einsatz und wird durch eine Präsenzmelder gesteuert. Dies funktioniert bis jetzt sehr. Das Ambiente wird aktuell nicht verwendet dafür die zeitliche Steuerung der Duftabgabe. Wie bereits zuvor erwähnt ist das zwingend erforderlich um zu vermeiden, dass die Düfte nach 5 Tagen Dauerbetrieb aufgebraucht sind. Denn der Ersatz ist nicht ganz günstig und aktuell gibt es nur originale Düfte.

Shelly Cury Installation

Fazit: Der Duft der Zukunft – automatisiert

Der Shelly Cury ist kein Must-have für jeden. Aber er ist ein interessantes Zeichen, wohin sich das Smart Home entwickelt: weg von reiner Funktionalität, hin zur ganzheitlichen Raumgestaltung. Licht, Temperatur, Beschattung – und jetzt auch Duft.

Shelly nennt es Atmosphäre-Management. Wir nennen es: Ein Smart Home, das nicht nur funktioniert, sondern auch gut riecht.

Schreibe einen Kommentar